Prädikatswein Spätlese: Die Weine werden zunehmend trocken ausgebaut
Die Spätlese wurde in der Vergangenheit nur süß ausgebaut. Inzwischen erobern trocken ausgebaute Spätlese dieses Marktsegment
Prädikat Spätlese
Die Qualitätsstufe ist eines der wichtigsten Qualitätskriterien eines Weines. Hierzulande unterscheiden wir zwischen Land-, Tafel-, und Qualitätsweinen bestimmter Anbaugebiete. Für die hochklassigen Qualitätsweine werden zusätzlich noch die Prädikate Kabinett, Spätlese, Auslese, Beerenauslese, Trockenbeerenauslese und Eiswein vergeben. Welches Prädikat für welchen Wein vergeben wird, ist abhängig vom Zeitpunkt seiner Ernte und seinem Mindestmostgewicht. Die verwendete Rebsorte und das geografische Anbaugebiet spielen hierbei keine Rolle.
Hohe Anforderungen an die Spätlese
Um nun das Prädikat Spätlese zu erhalten, muss ein Wein verschiedenen, gesetzlich festgelegten Herstellungsbedingungen und Qualitätsnormen entsprechen. So müssen Trauben, die für die Herstellung einer Spätlese vorgesehen sind, zur Leseprüfung angemeldet sein und eine amtliche Prüfnummer nachweisen können. Der Zeitpunkt der Ernte ist bei der Spätlese entscheidend. Der Name deutet es schon an - Spätlesen dürfen erst nach Frühlese und Hauptlese, vom Spätlesetermin an gelesen werden. Die Trauben sind zu diesem Zeitpunkt vollreif bis überreif und garantieren so für beste Voraussetzungen. Das Mostgewicht der Weinbeeren muss den Mindestwert von 85° Oechsle übersteigen. Badische Weine müssen sogar, je nach Traubensorte, einen Mindestgehalt von 86° bis 95° Oechsle aufweisen.Eine Spätlese muss nicht immer süss sein
Die Spätlese galt lange Jahre als ausgesprochen süßer Tropfen. Dass dem nicht so sein muss, zeigen die letzten Jahre, in denen zunehmend trockene Spätlesen ausgebaut werden. Sie werden auf dem Etikett mit dem Hinweis „trocken“ deklariert. Nur wenn dieser Zusatz nicht vermerkt ist, kann man von einer restsüßen Spätlese ausgehen. Im Allgemeinen handelt es sich bei Spätlesen um körperreiche, sehr vollmundige Weine. Gärt ein Most beim Keltern nicht vollständig durch, so bleibt eine gewisse natürliche Restsüße erhalten und man spricht von einer „restsüßen Spätlese“.Spätlese außerhalb Deutschlands
Grundsätzlich kann eine Spätlese in allen Weingebieten angebaut werden. Im Elsass entspricht unsere Spätlese der dortigen Klassifizierung „Vendange tardive“. Im englisch-sprachigen Raum wird die entsprechende Spätlese auf dem Etikett als „late harvest“ deklariert. Gesetzlich garantiert sind die Qualitätsmerkmale der Spätlese allerdings nur in Deutschland und Österreich.SOCIAL NETWORKS - Bitte bookmark uns!